Archiv der Kategorie: Olivenöl

Mit dabei im Team von KRETA MITTENDRIN

Willy Dorn, Kursleiter, Kreta 2016
Willy Dorn

ein Kulturbotschafter Kretas

  • Kursleiter für Malen und Zeichnen
  • Wanderungen
  • Olivenöl-Seminare

Termine der Kurse und Wanderungen

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Die neuen Termine 2014

Die Planung für 2014 ist getan!
Die terminliche Abstimmung mit den Reiseveranstaltern ist abgeschlossen und die Termine für 2014 stehen fest. Hier finden Sie die Reisedaten für die einzelnen Kurse:
Termine für das Olivenölseminar
Termine für die Mal- und Zeichenkurse
Termine für die Wandertouren

Termine 2014
Olivenölseminar

Feedback


In den letzten Wochen konnte ich mit lieben Gästen das Olivenöl-Seminar auf Kreta erleben.Dazu habe ich gestern von Almut und Andreas aus Falkensee folgendes Feedback bekommen. Vielen Dank dafür!

Kreta mit allen Sinnen erfahren,
oder warum ein Liter Olivenöl Nativ extra nicht unter 5 Euro kosten kann

Kennen Sie das, Sie haben Ihren Urlaub generalstabsmäßig geplant. Den Reiseführer noch vor Antritt von A bis Z durchgearbeitet, sich sogar ein paar Höflichkeitsformeln in der für Sie fremden Sprache gemerkt, zwei Urlaubswochen dort zugebracht, alle sehenswerten Punkte aufgesucht, die Insider-Tipps besucht, mit den Einheimischen mit Händen und Füßen geredet, und doch… . Ja! der Urlaub war schön, aber eine gewisse Distanz zu Land und Leuten blieb.
Das Gegenmodell zu Ihrer Art des Reisens: eine Woche Olivenölseminar auf Kreta. Obwohl nur eine Woche lang und alle „offiziellen“ Sehenswürdigkeiten konsequent vermieden wurden, hat man danach das Gefühl Kreta so gut zu kennen wie kaum ein Urlaubsziel zuvor.
Was Ihnen bisher gefehlt hat, ist ein Kreta – Botschafter. Damit ist nicht der Trester-Schnaps Tsikoudia gemeint, den fast jede Familie nach ihrem eigenen Rezept herstellt und der somit so unterschiedlich schmeckt, wie die Insel sich dem Besucher zeigt; und den man mit einer selbstverständlichen Gastfreundlichkeit serviert bekommt, als ob man sich schon Jahre kennt. Und mit Botschafter ist auch nicht das kretische Exportprodukt Nummer eins, das wahrscheinlich beste Olivenöl mit seinem extrem niedrigen Säuregehalt von deutlich unter 0,8% gemeint. Kein Wunder, dass andere Produzenten nun vermehrt das hochqualitative kretische Öl aufkaufen, um ihres aufzuwerten. Warum dieser so entscheidende Qualitätsparameter dennoch nur sehr vereinzelt auf Olivenölflaschen anzutreffen ist, ist ein eigenes Kapitel auf dem Olivenölseminar und ein Lehrstück von EU-Bürokratie und Lebensmittel – Lobbyismus um nicht von mafiösen Strukturen reden zu müssen. Letztendlich hat es mit Milliarden Euro und einer Geiz – ist – geil – Mentalität der Konsumenten zu tun. Und so wird ein Preis von unter 5 Euro pro Liter für ein Olivenöl nativ extra zu einem umgekehrten Qualitätsparameter.
Was Ihnen gefehlt hat, ist ein in Kreta verliebter Kulturbotschafter. Jemand der sich der Insel, den Menschen, der Landschaft, der Natur und insbesondere den bis zu 5.000 Jahre alten Olivenbäumen voll und ganz widmet. Einer der mit der Insel, statt nur auf der Insel lebt und trotz dieser Liebe nicht mit einer rosaroten Brille rum läuft, sondern auch neue Sachen anschiebt oder auch mal Kritik übt. Und diese Liebe beruht auf Gegenseitigkeit. Anders ist es nicht zu erklären, dass er vor Jahren in einer kleinen Zeremonie einen griechischen Namen verliehen bekommen hat und nun Wassilis Dornakis statt Willi Dorn heißt. Und nur weil er voll akzeptierter Dorfbewohner ist, kann er in „seinem Dorf“ etwas verändern. So steigen die örtlichen Olivenbauern vermehrt auf ökologischen Anbau um und schenken nun der Öl-Qualität mehr Aufmerksamkeit als der Quantität. Denn ähnlich wie beim Wein hat die Art der Ölgewinnung einen entscheidenden Einfluss auf die Qualität und den Geschmack. Werden Kerne und Haut zerstört und das Oliven-Mus stärker gepresst erhöht man zwar die Ölmenge, es gelangen aber auch vermehrt Bitterstoffe in das Olivenöl und verursachen dann den kratzigen, im Hals brennenden Geschmack und übertönen den feinen grasig – krautigen Geschmack von frischem Olivenöl.
Dreht sich ein solches Seminar nur um Olivenöl? Nein, denn Olivenöl ist zwar das Hauptthema aber Land und Leute in ihrem unmittelbaren (Arbeits-)Umfeld auch mit ihren aktuellen politischen Problemen stehen im Mittelpunkt. Man erlebt Kreta so intensiv wie man es selbst nicht könnte nur eben jenseits der großen Touristenattraktionen. Da führt eine Wanderung durch eine für Kreta so typische Schlucht, vorbei an einer alten Kapelle, aber eben ohne Touristenmassen, dafür kreisen Gänsegeier über einem. Und plötzlich steht da wieder einer dieser wundervollen alten, knorrigen geradezu majestätischen Olivenbäume mit über 1000 Jahren auf dem Buckel. Die Kraft, die von einem solchen Baum ausgeht, ist mindestens so erholsam wie 3 Urlaubstage. Oder man streift durch ausgedehnte Olivenbaumkulturen, berauscht sich an dem Lichtspiel in diesen Plantagen, lauscht dem Gesang der Zikaden, redet über die unterschiedlichen Oliven-Sorten und erfährt, dass mit den Sortenunterschieden nicht nur Geschmacksunterschiede einhergehen, sondern sich auch die Ernteverfahren unterscheiden. Dann plötzlich ein Exemplar einer Ursprungsform des noch unkultivierten Olivenbaumes. Wussten Sie, dass Olivenbäume vor über 50.000 Jahren bereits kultiviert wurden und damit die älteste Kulturpflanze ist. Rechtzeitig zur Mittagszeit geht es in eine kleine Taverne zu einem aus typischen Gerichten zusammengestellten Mittagsmahl, nicht ohne vorher das dargebotene Olivenöl zu testen und alles wieder mit einem gespendeten Tsikoudia runterzuspülen. Frisch gestärkt führt der Weg dann weiter zu einer uralten Steinbrücke über einen kleinen Bach, um dann vor den Überresten einer alten wasserbetriebenen Ölmühle zu stehen. Und während einer kurzen Zwischenrast wird auch mythologisches zum Olivenbaums in den griechischen Sagen beleuchtet. So verschmelzen Landschaft, Kultur und Olivenöl zu einer Einheit, die ein sehr rundes Gesamtbild von Kreta erzeugen. Danke für diese intensive Woche.

Almut und Andreas aus Falkensee

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Olivenöl vom Erzeuger

Wir hatten am Wochenende in der Familie eine interessante Diskussion zum Thema Erzeugerpreise beim Olivenöl. Die eine Seite meinte, Olivenöl sei für einen Preis von über 5 Euro pro halbem Liter nicht zu verkaufen. Die andere Partei diskutierte für einen Preis von mehr als 5 Euro je 0,5 Liter. Wer hat nun Recht?
Ich habe mir mir die Mühe gemacht, einmal zusammenzutragen, was man bei einer Preisbildung alles berücksichtigen sollte:
Da wäre zunächst

Die Pflege des Hains

Die Pflege umfasst den Baumschnitt im Frühjahr, das Pflügen des Bodens, das Grasmähen, Düngen und Bewässern. Dazu kommt u.U. noch das Bekämpfen von Schädlingen und Krankheiten. Das alles geschieht nicht von Hand sondern mit Maschinen, Gerätschaften (besonders zur Ernte) und Fahrzeugen. Bei einer angenommenen Erntemenge von 100 kg Oliven kommen dafür ungefähr 70 Euro Aufwand zusammen.

Erntekosten

Ein Arbeiter verdient etwa 48 Euro am Tag. Dazu kommen noch Sozialversicherungsbeiträge von ca. 8,40 Euro. Dabei erntet der Arbeiter maximal 200 kg Oliven am Tag. Abhängig von der Geländebeschaffenheit und den eingesetzten Methoden kann es auch weniger sein. Bei 200 kg täglich fallen also Arbeitskosten in Höhe von 28,2 Euro je 100 kg an.

Transport und Ölproduktion

Der Transport zur Olmühle schlägt mit etwa 4 Euro je 100 kg zu Buche während man für das Mahlen von 100 kg ca. 10 Euro bezahlt. Heraus kommen dann je nach Sorte zwischen 15 und 25 Liter Öl. Wir gehen der Einfachheit halber von 20 Litern aus.
Alle bisher betrachteten Kosten zusammen ergeben 112,20 Euro für 20 Liter Olivenöl. Umgerechnet auf den halben Liter sind das mindestens 2,80 Euro. Davon ziehen wir die EU-Subventionen für Olivenöl (1,30 Euro pro kg) ab und erhalten einen Preis von 2,15 Euro je halbem Liter. Dazu kommen die Kosten für die Flaschen, das Abfüllen und Etikettieren sowie das Verpacken in Kartons: ca. 6 Euro je Liter.

Transport und Handel

Damit landen wir bei einem Erzeugerpreis ab Ölmühle von mindestens 5,15 Euro je 0,5 Liter. Dazu gesellen sich nun noch die Frachtkosten, die Transportversicherung, die Kosten des Zwischenhandels und des Einzelhandelsgeschäftes, in dem wir das Olivenöl letztlich kaufen!

Olivenöl aus KretaDas heißt am Ende, dass ein gutes Olivenöl mit Sicherheit mehr als 8 Euro pro halbem Liter kostet! Ist dem nicht so, handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um ein qualitativ minderwertiges Öl.

Webshop Willy DornAllerdings können Sie bereits jetzt das Olivenöl aus meiner eigenen Ernte kaufen: Olivenöl aus Delianá.